Ich habe 13kg abgenommen – Ohne Herzolex Ultra und co.

Katharina Kubotz ist eine kleine zierliche Frau mit langen blonden Haaren. Um ihren Hals baumelt eine Lesebrille an einer Perlenschnur. Den rosafarbenen Ton ihres Lippenstifts hat sie auf ihre Bluse abgestimmt. Sie spricht mit bedächtiger, sanfter Stimme, ein bisschen so, als würde sie sich im Geiste noch in der Sonne Kuala Lumpurs befinden, ihrer Wahlheimat.

Es ist schwer, sich vorzustellen, dass diese Frau einmal Kleidergröße XXL getragen hat. Denn das hat Katharina Bachman noch vor einem Jahr. Bis ihr ein Arzt in Kuala Lumpur eine ganz spezielle Diät empfohlen hat. Darüber hat die 55-jährige Autorin und Journalistin nun ein Buch geschrieben.

In kürzester Zeit landete es auf Platz eins der Amazon-Bestsellerliste. Die Diät setzt sich größtenteils aus einer Entgiftungskur und sogenannter Blutgruppen-Ernährung zusammen, alles ganz besonders gesund. Bevor Katharina Bachmann ihren Kaffee trinkt, lässt sie einen großzügigen Löffel Zucker darin versinken. Produkte wie Herzolex Ultra brauchte sie nicht, um ihr Ziel zu ereichen.

CityFoodBlog: Sie nehmen normalen Zucker?

Katharina Kubotz: Normalerweise nehme ich immer Kokosnussblütenzucker. Aber wenn der Körper sich gereinigt hat und der Stoffwechselmotor wieder richtig angelaufen ist, dann darf man das mal.

CityFoodBlog: Sie haben komplett ohne Sport abgenommen. Haben Sie jetzt vor, mit Sport anzufangen?

Katharina Kubotz: Ich bin eine faule Schnecke. Allein der Weg ins Fitness-Studio ist mir schon zu lästig, deshalb habe ich mir einen Personal Trainer kommen lassen, aber nach einer halben Stunde wurde mir schon schlecht. Mein Mann macht viel Sport, aber ich nicht, obwohl ich weiß, ich sollte. Natürlich sollte jeder Mensch Sport machen. Aber ich bin einfach zu faul.

CityFoodBlog: Wie viele Kilos haben Sie mit dieser Diät ohne Sport abgenommen?

Katharina Kubotz: Insgesamt waren es 17 kg in weniger als fünf Monaten.

CityFoodBlog: Kann das jeder schaffen?

Katharina Kubotz: Absolut. Ich habe gemeinsam mit meinem Mann eine Aktion ins Leben gerufen, die nennt sich „Deutschland speckt ab“. Wir haben eine Facebook-Seite eröffnet, da tauschen sich die Leute aus, die den Entgiftungsplan machen. Ich finde es großartig, wie viel einige schon abgenommen haben.

CityFoodBlog: Wie haben Sie die Diät entdeckt?

Katharina Kubotz: Mein Mann hatte eine Grippe, als wir schon in Kuala Lumpur gewohnt haben. Also ist er zu einer Ärztin gegangen, die hat zu ihm gesagt „You are too fat!“ Sie hat ihm einen Spezialisten über der Klinik empfohlen und das war unser Dr. K.S.. Der Name ist so lang, ich kann den nicht aussprechen. Deshalb haben wir uns darauf geeinigt, ihn Dr. K.S. zu nennen.

Mein Mann hat mit der Sieben-Tage-Entgiftungskur angefangen und ich habe gesehen, wie toll er abgenommen hat. Also bin ich zu Dr. K.S. gegangen und habe das auch probiert. Als ich sah, dass ich nach diesen sieben Tagen 4,1 kg abgenommen hatte und keinen aufgequollenen Bauch mehr hatte, da dachte ich, das ist ja echt der Hit. Das habe ich noch bei keiner Diät geschafft.

CityFoodBlog: Es gibt noch viele andere Diäten, die so ähnlich funktionieren wie Ihre. Es gibt zum Beispiel zahlreiche Entgiftungsdiäten. Was unterscheidet Ihre von anderen?

Katharina Kubotz: Die Abfolge. Am ersten Tag wird der Körper entwässert, aber er holt sich trotzdem die Vitamine aus dem Obst, am zweiten Tag aus dem Gemüse. Dann kommen die Bananen für das Kalzium. Diese Abfolge ist gut ausgetüftelt. Deshalb sollte man die Tage auch nicht tauschen. Wenn man den Plan unterbrechen muss, sollte man lieber wieder von vorne anfangen.

CityFoodBlog: Wie viele andere Diäten haben Sie vorher schon ausprobiert?

Katharina Kubotz: Ach, ich weiß es nicht. Mein Mann und ich haben alle möglichen Diäten ausprobiert. Weight Watchers, und wir haben auch schon Pülverchen gekauft, das hat aber alles keine guten Ergebnisse gezeigt.

CityFoodBlog: Wie erklären Sie sich, dass gerade diese Diät funktioniert? Dass Sie durchhalten?

Katharina Kubotz: Durch die Ernährungsumstellung, die wir nach der Entgiftungskur gemacht haben. Ich habe viele Infos über Lebensmittel bekommen. Zum Beispiel weiß ich jetzt, dass Öl nicht gut ist, wenn man es heiß macht. Da bilden sich Transfette und die machen uns dick. Der ganze Stoffwechselvorgang kann dadurch nicht mehr funktionieren. Mein Mann und ich haben uns an diese Infos gehalten. Wir trinken auch keine Kuhmilch mehr.

CityFoodBlog: Die Früchte, die Sie zum Abnehmen empfehlen, sind teilweise sehr exotisch. Woher bekommt man hier die Mönchsfrucht Luo Han Guo?

Katharina Kubotz: Mit dieser Frucht süßt man, ohne eine einzige Kalorie. Deshalb ist sie für Diabetiker super. Die ist in Deutschland im Moment noch nicht so verbreitet, aber die kriegt man übers Internet. Diese Frucht nehme ich, drück die auf, da sind ganz große Kerne drin, dann schmeiß ich die in einen halben Liter Wasser und koche Diät-Cola daraus.

CityFoodBlog: Und das schmeckt?

Katharina Kubotz: Sehr gut! Wenn ich sie länger koche, dann habe ich so eine Art Süßsirup. Diese Ernährungsumstellung ist wirklich nicht schwierig. Mittags essen mein Mann und ich eigentlich alles. Nur nach 16 Uhr essen wir keine Kohlenhydrate mehr. Ich hab ganz neue Rezepte in dieser Zeit entwickelt. Zum Beispiel habe ich überlegt, wie ich mein Gemüse abends zu mir nehmen könnte. Also habe ich Fisch dazu in Kokosnussöl gebraten und aus Kürbis mache ich eine Art Bratkartoffeln. Den Kürbis schneide ich in Pommes-Form und brate die in Kokosnussöl und salze es. Das schmeckt fast wie Bratkartöffelchen oder Pommes.